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vom 19. August 2002
Kerbeborsch
hoffen für heute auf viele Besucher
Weilbach. "Wenn
Sonne und Mond vom Himmel fallen, die Weilbacher Kerb wird doch
gehalten", singen die Verfechter der Tradition. Für den
spärlichen Haufen von acht jungen Männern, die nach dem
Aufstellen des geschmückten Baumes vor dem Haus am Weilbach
als Kerbeborsch in der Weilbachhalle für Stimmung sorgen sollten,
war es fast so, als wenn Sonne und Mond vom Himmel fallen würden.
Als sich die
aktiven Kerbeborsch zum Kerbetanz vor der Halle versammelten, kamen
plötzlich zwölf andere junge Leute hinzu, die auch die
unverkennbaren Bommelmützen trugen. Ehemalige Kerbeborsch und
Kerbemädels, hauptsächlich vom Jahrgang 1982, hatten sich
bereit erklärt, in die Bresche zu springen. "Vor vier
Wochen haben wir das schon beschlossen, das war ganz schön
schwer, so lange dicht zu halten", erzählte Sven Press,
der Kerbevadder von 1999 und 2000. Sein Pendant aus diesem Jahr,
André Schmengler, konnte sich gar nicht oft genug bedanken.
"Mit acht Leuten wäre das vielleicht ein Reinfall geworden",
spekulierte er später nach dem souveränen Fassanstich
des Ersten Stadtrates Leo Fercher.
Durchhalteparolen
auch beim seit Januar eingetragenen Verein "Kerbeborsch 6091".
"Es ist traurig und bedauerlich, aber es wird sich in absehbarer
Zeit nicht ändern", kommentierte der Vorsitzende Marcus
Reif den bescheidenen Besuch von 160 Leuten beim Kerbetanz. Wie
schon im vergangenen Jahr ist der Verein nun auf eine gute Resonanz
beim Gickelschlag (heute, 17 Uhr) vor dem Haus am Weilbach angewiesen,
"wenn wir nicht ein substanzielles Problem haben wollen".
Reif betonte, dass der Verein keineswegs Profit machen, sondern
nur die Kerb erhalten wolle. Aber ein Minus von 2000 Mark in der
Kasse wie im vergangenen Jahr würde weh tun.
Bemühungen
der "Kerbeborsch 6091", etwas Grundlegendes an der Kerb
zu ändern, waren im Vorfeld gescheitert. Wegen des meist guten
Wetters Mitte August wollte der Verein mit einer Open-Air-Veranstaltung
die Weilbacher zur Kerb locken.
Die Stadt konnte
jedoch mit keinem Platz weiterhelfen. Für das ins Auge gefasste
Naturschutzhaus erhielten die Kerbeborsch keine Genehmigung. Also
versuchte der über 100 Mitglieder große, erst gut ein
Jahr alte Verein, sein Möglichstes zu leisten.
Mit den "Candies"
wurde eine neue Band verpflichtet, die am Samstag ihre Sache gut
machte, aber eben nicht mehr Besucher anzog. Dafür sorgte der
erste ökumenische Gottesdienst gestern Morgen auf dem Skaterplatz
vor der Weilbachhalle für einen guten Zuspruch beim anschließenden
Frühschoppen. "Weil wir die Leute einfach nicht mehr weg
gelassen haben", wie Reif scherzte. Zehn Helfer des Vereins
standen auch zu dieser Zeit, wie während des gesamten Wochenendes,
bereit, um einzuspringen und im Falle eines Regenschauers die Veranstaltung
in die Halle zu verlegen.
Die Kerbeborsch
können sich über die Unterstützung der Vereine nicht
beklagen. Mitglieder der Gemütlichkeit, der Freiwilligen Feuerwehr
und der Sondermannschaft der Germania packten hinter der Theke an.
Nachdem ausgiebig
gefeiert worden war um 5 Uhr schlossen die Kerbeborsch die
Halle ab verlief der gestrige Kerbeumzug weniger exzessiv.
Neben den Kerbeborsch schlossen sich hinter dem Spielmannszug der
Marxheimer Feuerwehr nur noch einige Fischbacher Kerbeborsch und
die "Flerschemer Vize 2002" an. Mit dabei war auch Hammel
"Fröhlich". Lustige Laute gab das Tier von sich,
obwohl sein Schicksal bereits besiegelt war, denn Martin Spießmann
hatte den Hammel bei der "amerikanischen Versteigerung"
zuvor für 640 Euro erworben. (rem)
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Quelle:
Höchster Kreisblatt
Erschienen:
19.08.2002
Bilder zum Kerbetanz
[klick]
Presseberichte:
Vorkerb
vom 19.08.2002
vom 20.08.2002
vom 21.08.2002
vom 23.08.2002
alle restlichen
Bilder der Weilbacher Kerb (420 Stück) [klick]
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