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vom 09. September
Während
der Wickerer Kerb 2002 entwendeten, nach alter Tradition, die Kerbeborsch
6091 Weilbach die Kerbepuppe der Wickerer Kerbeborsch. In dieser
alten Sitte, in den letzten Jahren versuchten die Kerbeborsch Wicker
dieses auch bei uns, verhandelt man danach über ein Lösegeld
in flüssiger Form. Hier der Artikel aus dem Höchster Kreisblatt
- Leserbrief folgt!

Von Thorsten
Remsperger
Wicker. Das
ist es, was viele an der Wickerer Kerb schätzen: den Austausch
der Generationen. In der Nacht von Samstag auf Sonntag standen noch
um 4 Uhr im und vor dem Kerbelager der Kerbeborsch "Reberatzer"
aktuelle Verfechter der Tradition und welche zusammen, die diese
Zeiten vor fast 20 Jahren erlebt haben. Gesprächsthema Nummer
eins: Geschichten aus der Wickerer Heimat. Auch heute feiern verschiedene
Generationen wieder gemeinsam: Im Festzelt werden von 12 Uhr an
beim Eieressen die pensionierten Wickerer in der Überzahl sein,
von 19 Uhr an beim Oldie-Abend mit der Band "New Adventure"
bei freiem Eintritt vor allem Menschen mittleren Alters zum Tanzen
kommen.
Die bisherige
Bilanz des Club Fidelio, seit Jahren Ausrichter der Zeltkerb auf
dem Platz vor der Alten Goldbornschule, sieht jedoch eher durchwachsen
aus. Knapp 200 Besucher beim Kerbetanz mit der neuen Band "Vier
95" so wenige waren es seit dem Umzug vor acht Jahren
aus der Turnhalle in den Ort noch nie. Zwar äußerte sich
der Vorsitzende Marcel Anthes mit Blick auf den Verlauf des späteren
Abends zufrieden, doch war das Szenario beim Einzug der elf "Reberatzer"
um 20.30 Uhr auch für ihn erschreckend. Außer Kerbemädels,
älteren Kerbeborsch, ein paar Eltern und Helfern des Club Fidelio
hielt sich fast niemand im großen Zelt auf. Das wurde gegen
23.30 Uhr doch schon erheblich besser. Die Kerbeborsch hatten zur
Musik von Modern Talking, den No Angels und Village People gleich
mehrere Darbietungen einstudiert, die von den Gästen frenetisch
gefeiert wurden. Trainerin Michelle Kaunzner hätte den Blumenstrauß
verdient gehabt, den die jungen Männer aber im Kerbelager bei
Familie Fried in der Rheingaustraße, in dem sie am Wochenende
übernachten, vergessen hatten.
Die selbst veranstaltete
Kerbe-Disco in der Goldbornhalle war für die "Reberatzer"
wie auch der Auftritt auf dem Kerbetanz ein Erfolg. "300 Leute,
keine Zwischenfälle, da müssen wir uns bei unseren Gästen
bedanken", sagte Kerbeborsch Christian Hohlfeld. Sehr zu kämpfen
hatten er und seine von Kerbevadder Patrick Bolz angeführten
Kumpels allerdings mit Kollegen aus Wicker und Weilbach. Der benachbarte
Verein "Kerbeborsch 6091" klaute mit Hilfe einer Leiter,
was laut Hohlfeld gegen die Tradition verstoße, Freitagnacht
die Kerbepuppe Ute vom 18 Meter hohen Baum. Die Weilbacher hinterließen
einen Erpresserbrief mit Beweisfoto, forderten aber von den "Reberatzern"
ein zu hohes Lösegeld (50 Liter Asbach Uralt). Nun soll eine
Ersatzpuppe eingesetzt werden.
Rechtzeitig
zum Kerbeumzug zurück, bei dem die Kerbeborsch gestern bei
bestem Wetter verstärkt mit beispielsweise den Weinmajestäten
durch diverse Straßen und Höfe zogen, war Hammel "Jaques
Diggen". Für die Entführung des Tieres (wir berichteten)
zeigten sich ehemalige Borsche aus Wicker verantwortlich. Nachdem
der Hammel gegen eine Ziege und später sogar nochmals gegen
eine Attrappe ausgetauscht worden war, legte er die Strecke problemlos
zurück. Die gemeinen "Ganoven" liefen übrigens
beim Umzug auch froh gelaunt mit. Die Kerbeborsch hatten "Jaques
Diggen", der heute Mittag verlost wird, immerhin gegen dreieinhalb
Kästen Bier wieder freigekauft.
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Quelle:
Höchster Kreisblatt
Erschienen:
09.09.2002
Presseberichte:
Vorkerb
vom 19.08.2002
vom 20.08.2002
vom 21.08.2002
vom 23.08.2002
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