In Weilbach da is‘ die fünfzehnte lila-gelbe Kerb
Die Kerbeborsch 6091 Weilbach e. V. laden zur fünfzehnten Kerb in eigener Regie ans Haus am Weilbach ein. Das ist ein weiteres kleines Jubiläum des engagierten und aktiven Vereins aus der Mitte Weilbachs. Mit einem großen und mit viel Hingabe erstellten Programm lädt der Verein Kerbeborsch 6091 Weilbach e. V. ein zur Weilbacher Kerb 2010 ein. Die Festtage sind von Freitag, 23. bis Dienstag, 24. August.
Der Vorsitzende Marcus Reif freut sich über 12 aktive Kerbeborsch. Mit dem zum ersten Mal als Kerbevadder aktiven Hendrik Schmidt stehen elf weitere Mädels und Jungs in einer langen Tradition Weilbacher Kerbeborsch. Seit Wochen schon wird mit Gesang und Äppler auf die Kerb eingestimmt. Mit Hermann Lixenfeld, dem Weilbacher Dorfhistoriker, wurden alte Kerbelieder geübt, die bei vielen Kerbeborsch seit Jahren nicht mehr gehört wurden. Nicht nur das verspricht eine wunderbare Kerb im Weilbacher Ortskern.
Der Kerbeverein an sich ist bekannt für tolle Ideen, aus den Bedürfnissen der aktuellen Zeit und einem Traditionsbewusstsein heraus schöne Veranstaltungen anzubieten, die beides in Einklang bringen. In diesen Zeiten, in denen Gleichgültigkeit und Beliebigkeit manchen wichtiger ist als ein Ehrenamt, setzt sich der über 120 Mitglieder starke Verein mit starker Jugend das fünfzehnte Mal für eine gute Kerb ein.
Der Freitagabend wurde schon im letzten völlig neu aufgestellt und richtet sich an das ältere Semester der Kerbefreunde in Weilbach. Letztes Jahr referierte der Alt-Kerbeborsch Hermann Lixenfeld aus dem alten Kerbebuch. Die musikalische Umrahmung fand 2009 bereits mit „Nur Kurt“ statt. Dieses Jahr wird der sehr traditionelle hessische Abend wieder mit „Nur Kurt“ für eine gute Zeit zum Verweilen auf der Kerb sorgen, bevor die Kerb offiziell am Samstag eröffnet wird.
Es gibt natürlich traditionsgemäß Äbbelwoi und dazu Köstlichkeiten aus der Region, wie zum Beispiel deftiger Handkäs mit Musik und Brot. Somit ist wie immer auch für das leibliche Wohl ausreichend gesorgt.
Am Samstag wird um 12:00 Uhr der Kerbebaum gestellt. Das holzige Ungetüm wird am frühen Morgen aus dem Flörsheimer Stadtwald in Raunheim geholt und mit einem Kran aufgestellt. Das Stellen des Kerbebaums per Hand ist schon seit Jahrzehnten kein Brauch mehr in Weilbach. Dies wurde aus Sicht der Unfallverhütung sein gelassen, worüber schwächere Jahrgänge aber nicht undankbar sind.
Der Samstagabend steht ab 19:00 Uhr ganz im Zeichen des Kerbetanzes. Eine neue Band, schon letztes Jahr bei uns aufgespielt, hat sich der Verein an Land gezogen. „Don’t stop" heißen die zehn Flörsheimerinnen und Flörsheimer, die bereits Kerbeerfahrung sammeln konnten. Der Kerbetanz findet – wie immer – unter freiem Himmel statt. Natürlich hoffen nicht nur der Verein, sondern auch die Freunde der Kerb auf gutes Wetter.
Am Sonntag beehrt sich der Verein, die beiden Weilbacher Kirchengemeinden zu einem ökumenischen Gottesdienst um 10:00 Uhr zu empfangen. Auch unter freiem Himmel findet der mittlerweile schon traditionelle Gottesdienst statt, bevor dann die beiden Volksmusiker der Band Funtastic – auch schon seit Jahren in Weilbach bestens bekannt – in die Tasten hauen und dem Frühschoppen die gute Stimmung bringen. Die Theke wird durch den befreundeten Verein Gemütlichkeit organisiert.
Mike Reichert ist dann wieder auf der Bühne zu beobachten, wie er in die Fußstapfen des großen, fast schon geschichtlich hoch bedeutenden Hammelversteigeres Heiko Dörhöfer steigt. Mike ist zum vierten Mal als Versteigerer aktiv und hat in den Vorjahren bereits beachtliche Akzente gesetzt.
Der Kerbemontag bietet für alle Weilbacher, Weilbacher Unternehmer, Urlauber und Gäste ein feudales Mittagessen ab 11:30 Uhr. Der Abend ist dann einer der sicherlich attraktivsten Höhepunkte der Weilbacher Kerb – der Gickelschlag! Ab 17:00 Uhr wird bewirtet, während die Kerbeborsch dann nach 18:00 Uhr auf den Platz einlaufen, bepackt mit einem Hahn und Dreschflegeln. In den zehn Meter breiten Kreis werden dann nicht nur Politiker, sondern Freunde und Gönner der Kerb gerufen, die mit verbundenen Augen den Dreschflegel auf einen Tonkrug schlagen. Mit nach Hause nehmen darf der Glückliche dann einen lebendigen Hahn, der jeden Morgen an die 15 Minuten Weilbacher Kerberuhm erinnert. Wer trifft, trifft ins Schwarze und darf an der darauf folgenden Kerb ein Abendessen für die Kerbeborsch beim Aufbau der Kerb spendieren. Der Gewinner des letzten Jahres heißt Ralph „Gayo“ Bender und wird standesgemäß beim Aufbau der Kerb ein prächtiges Abendessen spendieren. Übrigens hat sein Kerbeborschjahrgang dieses Jahr Jubiläum. Die Schoppeschlepper feiern 25-Jähriges. Im aktuellen Kerbeheft ist auch ein schöner Beitrag hierzu zu finden.
Im Anschluss an den Gickelschlag gibt es das traditionelle Fleischwurstessen, das bei musikalischer Untermalung durch Thomas Schmidt und Gesängen der Kerbeborsch eine wunderbare Veranstaltung zu werden verspricht. Dank geht jetzt schon an die SOMA der Germania, die für Theke und Küche verantwortlich sind, und natürlich an die Gemütlichkeit, die am Kerbesonntag in der Theke steht.
Die Kerb selbst wird am Dienstag dann zu Grabe getragen. Treffpunkt ist um 20:00 Uhr am Haus am Weilbach. Für den Kerbeverein und die aktiven Kerbeborsch ist die Kerb dann noch nicht ganz vorbei, wartet noch der Abbau und Aufräumarbeiten auf die Frauen und Männer. Aber ereignisreich wird die Kerb in jedem Fall sein. Rund zehn Tage harter Arbeit, nicht selten durch Urlaub vieler Mitglieder ermöglicht, liegen dann hinter dem Verein. Die Stunden des Aufwands sind kaum zu zählen, aber die schönen Momente wiegen die ganze Arbeit auf.
Eine Kerb ist leider nicht mehr ohne Sicherheitsdienst zu veranstalten. Insgesamt zehn Sicherheitskräfte sind über drei Tage Weilbacher Kerb im Einsatz. Die Erfahrungen der letzten Jahre und sonderbare Gebaren einiger weniger Jugendlichen lassen leider keine andere Wahl zu, als eine Vorsorge durch einen professionellen Sicherheitsdienst.
Viele Dinge sind so selbstverständlich geworden, dass sie als Petitesse an Kerb untergehen. Seit zwei Jahrzehnten spenden die Weilbacher Kerbejahrgänge die Einnahmen aus dem sonntäglichen Kerbekaffee an die Kinderkrebshilfe Frankfurt e. V. Der Betrag wurde traditionell durch die Kerbejahrgänge seit 1990 und seit 1996 Jahren auch durch unseren Verein immer um eine respektable Summe aufgestockt. Diese Arbeit der Kinderkrebshilfe in Frankfurt ist vorbildlich und für uns eine Ehrensache, dies mit bescheidenen Mitteln zu unterstützen. Bei 20 Jahren Unterstützung durch Weilbacher Kerbeborsch ist ein Betrag von über 10.000,- EUR zusammengekommen, der sinnvoll eingesetzt wurde.
Nicht zu vergessen sind die vielen Helferinnen und Helfer sowie Weilbacher Vereine, die mit Urlaub und Zeit mithelfen, eine gute Kerb zu veranstalten. Ein großes Dankeschön dafür! Danken möchte der Verein den Nachbarn, die Ruhe opfern und darüber hinaus viel dazu beitragen, dass die Kerb überhaupt gefeiert werden kann. All das ist weder selbstverständlich noch üblich. Darüber sind wir sehr froh, dankbar und ein wenig stolz!
Das aktuelle Kerbeheft wird in der Woche vor der Kerb kostenfrei an alle Weilbacher Haushalte verteilt. Dort findet sich – wie gewohnt – das Kerbeprogramm in der Heftmitte, ein Artikel über Weilbacher Kerbegeschichte sowie über den Kerbevadder im Käfig und was es mit nachtblau und pink angestrichenen Dachlatten in einer Weilbacher Scheune auf sich hat sowie die Vorstellung der aktiven Kerbeborsch.
Das Kerbebheft 2010 zum Download

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