Die
Gemeinde Weilbach a.Ts. schloß sich im Rahmen der Gebietsreform
zum 1. Januar 1972 zusammen mit der benachbarten Gemeinde
Wicker der Stadt Flörsheim am Main freiwillig an. Der heutige
Flörsheimer Stadtteil hat rund 3.800 Einwohner. Die Gemarkungsfläche
ist 745 ha groß, davon sind 472 ha reine landwirtschaftliche
Flächen. Weilbach hat einen direkten Anschluß an die A 66
Frankfurt-Wiesbaden. Bahnstationen an der S-Bahn Linie 1 sind
Eddersheim und Flörsheim. Im Stadtbusverkehr Flörsheim sind
Verbindungen zur Stadtmitte und den weiteren Flörsheimer Stadtteilen
gegeben. Die MTV-Linie 809 von Hochheim nach Hofheim hat Haltestellen
in Weilbach.
Weilbach
hat als Wohnort inmitten der Region RheinMain entsprechend
seiner Größe eine gute Infrastruktur. Einkaufsmöglichkeiten
für den täglichen Badarf sind im Ort gegeben. Ärzte und Apotheke
sind niedergelassen. Die Grundschule ist zweizügig besetzt.
Zwei Kindergärten betreuen, tlw. ganztags mit Mittagsverpflegung,
Kinder im Alter von drei Jahren bis zur Schulreife. Sportmöglichkeiten
sind durch Vereins- und Kommunalanlagen gegeben. Die Weilbachhalle
bietet mit vereinseigenen Anlagen auch Möglichkeiten der Geselligkeit.
Es herrscht reges Vereinsleben in Weilbach. Fastnacht, Bad
Weilbacher Brunnenfest, Bachfest, Kerb und örtlicher Weihnachtsmarkt
sind herausragende Festivitäten der örtlichen Gemeinschaft.
Es gibt in Weilbach eine katholische Kirchengemeinde
und eine evangelische Kirchengemeinde. Sehenswert sind der
Ortskern von Weilbach mit restaurierten Fachwerkhäusern und
dem Weilbacher "Schloß" (privat). Zu empfehlen ist ein Besuch
in den rekultivierten Kiesgruben mit dem Naturlehrhaus der
Gesellschaft zur Rekultivierung der Weilbacher Kiesgrubenlandschaft
(GRKW) an der Frankfurter Straße in Richtung Hattersheim.
Ein Gewerbegebiet ist östlich der Ortslage vorhanden.
Wer
sind wir und was tun wir? Wir haben uns Ende 1995 zusammen
gefunden um die geburtenschwachen Jahre zu überbrücken
und den Weilbachern auch weiterhin ein tolles Fest zu bieten.
Mit dem Start 1996 veranstalten wir dieses Jahr zum 6. mal
die Weilbacher Kerb. Wir haben uns auch dazu entschlossen,
als eingetragener Verein noch aktiver und langfristiger an
der Idee der Traditionserhaltung zu wirken. Wir sind zur Zeit
mehr als 60 Kerbemädels und Kerbeborsch und festigen
permanent unseren Verein, denn wir möchten langfristig
eine Kerb veranstalten....!
Eigentlich sollte hier
einmal eine Bildergalerie entstehen, mit Impressionen vergangener
Kerben in Weilbach, nun ein Einblick in "was ist denn
Weilbach überhaupt...".
Der springende Wolf
ist dem Wappen der Grafen Wolff Metternich entnommen, in deren
Besitz das "Weilbacher Schloß" seit 1671 ist. Das Rad ist
Hinweis auf die Zugehörigkeit Weilbachs zu Kurmainz von 1581
bis 1803.
Erstmals urkundlich erwähnt werden die fränkischen
Siedlungen Flörsheim 828, Wicker 927 und Weilbach 1112. Während
des gesamten Mittelalters und der Neuzeit bestanden enge Bindungen
zu Mainz, und zwar sowohl kirchlich als auch landesherrlich.
Die Gemeinden gehörten bis ins beginnende 19. Jahrhundert
zum Erzbistum Mainz; politisch unterstanden Flörsheim seit
1270 dem Mainzer Domkapitel, Weilbach und Wicker seit 1581
dem Mainzer Kurfürsten. Ebenfalls seit 1270 gab es für Flörsheim
ein eigenes Gericht, das älteste erhaltene Gerichtsbuch stammt
aus dem Jahr 1447. Die Bewohner der drei Gemeinden lebten
vor allem vom Wein- und Getreideanbau. Für Flörsheim bot darüber
hinaus der Fischfang eine Erwerbsmöglichkeit. Um die Mitte
des 18. Jahrhunderts sorgte dann die im Auftrag des Mainzer
Kurfürsten gegründete Flörsheimer-Fayence-Fabrik (Manufaktur),
die fast im gesamten Erzstift eine Monopolstellung besaß,
dafür, daß der Name Flörsheims überregional bekannt wurde.
Die drei FFF im Flörsheimer Wappen weisen auf diese Manufaktur
hin. Die territoriale Neuordnung Deutschlands während der
Napoleo-nischen Zeit brachte es mit sich, daß Flörsheim, Weilbach
und Wicker 1803 an das Fürstentum und spätere Herzogtum Nassau
fielen. 1866 kamen die Gemeinden an Preußen, das das Herzogtum
nach dem preußisch-österreichischen Krieg annektierte. Seit
1945, nach der Auflösung Preußens durch die Alliierten, gehören
Flörsheim, Weilbach und Wicker zu dem neu gebildeten Bundesland
Hessen. Entscheidend für die Entwicklung der Gemeinden war
die Industrialisierung des Rhein-Main-Gebietes im 19. Jahrhundert:
Seit 1839 hat Flörsheim am Main einen Eisenbahnanschluß. Mit
der Gründung des Opel-Werkes in Rüsselsheim (1862) und der
Farbwerke in Höchst (1863) änderte sich die Bevölkerungsstruktur
grundlegend: Flörsheim, Weilbach und Wicker entwickeln sich
zu sogenannten Arbeiter-Wohnsitzgemeinden. 1953 erhielt Flörsheim
die Stadtrechte. 1972 schlossen sich Flörsheim, Weilbach und
Wicker freiwillig zu einer Stadt zusammen. Durch Altstadtsanierung,
Dorferneuerung und in überschaubaren Einheiten ausgewiesene
Neubaugebiete hat man es geschafft, Flörsheim zu einer Stadt
mit hoher Lebens- und Wohnqualität zu entwickeln. Dabei wurde
aber stets angestrebt, jeden Stadtteil in seiner Eigenart
und Besonderheit weiterzuentwickeln.
Weilbach wurde 1972
von der Stadt Flörsheim eingemeindet. Der Lokalpatriotismus
in Weilbach ist bei vielen der Bürger auch heute noch
ungebremst. Die Kerbeborsch, die anfangs nur aus einem Jahrgang
bestanden und eine einzige Kerb organisierten und feierten,
waren immer sehr zahlreich. 1988 gab es die erste Notkerb,
mangels Nachwuchs. Da kam 1989 eine sehr große Gruppe,
das "Äppelwoigeschwader" und feierte die wieder
auferstandene Kerb. 1990 kam mit den "Nachteulen"
ein sehr kleiner Jahrgang. Die Kerb an sich - wie immer schön.
1991 kamen die Sternegugger und feierten mit mehr als zehn
Kerbeborsch die Weilbacher Kerb. Doch nun kam wieder einmal
das Problem des Nachwuchs auf die Weilbacher Jugendlichen
zu. Es gab keinen...! Man entschloss sich kurzerhand dazu,
eine Kerbegesellschaft zu gründen. Diese, sie nannten
sich "Krotteeckbube", mußte leider nach zwei
Jahren Tätigkeit die Arbeit einstellen. 1994 und 1995
ga b
es wieder Nachwuchs, diese beiden Kerben in Weilbach muß
man mit großen Ansehen würdigen. Beide Jahrgänge
feierten fantastische Feste und der Besuch war begeistert.
Und wieder kam das Problem mit dem Nachwuchs. Man überdachte
ein weiteres Mal eine Kerbegesellschaft zu gründen. Diese
Kerbegesellschaft, man benannte sie "Kerbeborsch 6091
Weilbach" (6091 nach der alten Postleitzahl von Weilbach
als eigenständige Gemeinde), ist bis jetzt die größte
und erfolgreichste in der Geschichte von Weilbach. Seit nunmehr
fünf Jahren organisieren über 50 Kerbeborsch sehr
erfolgreich die Weilbacher Kerb. Neue Attraktionen, wie unser
als eigenständiges Fest organisierter Gickelschlag, sind
ein weiteres Highlight. Wir überlegen nun, mit unserer
losen Gruppierung einen Verein zu gründen, um auch restliche
Ressourcen zu aktivieren.
In Weilbach zählt
noch die alte hessische Küche, mit einem Gerippten, Äppler
und Handkäs mit Musik. Wir hoffen irgendwann einmal sämtliche
Stadt- und Ortshistoriker an einen Tisch zu bekommen um unserem
Dörfchen Weilbach hier auf diesen Seiten einen passenden
Blick auf die vergangenen Tage zu gönnen.
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