20 Weilbacher Aktive verbreiten Vorfreude aufs Fest am Wochenende

Die diesjährige Kerb wirft ihre Schatten voraus – nicht nur in Form eines riesigen Strohkameraden in Kerberborsch-Uniform, der Autofahrer am Ortseingang aus Richtung Hofheim grüßt. Auch im Ort ist das nahende Fest bereits deutlich zu spüren. So etwa gestern, als die Weilbacher Kerbeborsche und Kerbemädels die Kindergärten besuchten. Neben der katholischen stand erstmals auch die städtische Kita auf dem Plan. Von den Kindern erhielten die Traditionsverfechter die Puppe, die ab Samstag auf dem Kerbebaum sitzen soll.

Heute besuchen die Aktiven der Weilbacher Kerb den Seniorennachmittag im katholischen Gemeindehaus. Die Begegnung, bei der Jung und Alt gemeinsam singen, wurde vor zwei Jahren eingeführt. „Das kommt auf beiden Seiten ganz gut an“, sagt Matthias Theis, Vorsitzender des Vereins Kerbeborsch 6091.

Großartige Neuigkeiten hat der Chef der Kerbegesellschaft nicht zu verkünden. Manchmal sei es aber gar nicht so schlecht, wenn es nichts Revolutionäres zu berichten gibt, findet Matthias Theis. Schließlich sollen an diesem Wochenende viele Traditionen weitergeführt werden. So wird es auch diesmal wieder einen Kerbebaum geben, der am Samstag um 11 Uhr vor dem Haus am Weilbach aufgestellt wird. Wie schon im vergangenen Jahr kommt der Stamm nicht aus dem Flörsheimer Stadtwald, sondern aus dem Königsteiner Forst.

Über dem Weilbach errichten die Aktiven die beliebte Long-Drink-Bar. Dort verkaufen die Kerbeborsche unter anderem „Turbo Spezi“, eine Mischung aus Asbach Cola und Fanta mit Korn. Ebenfalls eingespielt ist die Trennung zwischen Festplatz und Rummel. Während die Bühne vor dem Haus am Weilbach aufgebaut wird, stehen die Fahrgeschäfte in der Schulstraße. Beide Schauplätze zusammenzulegen, war in der Vergangenheit immer mal wieder Thema. Aus Sicht von Matthis Theis hat die Trennung aber ihre Vorteile – etwa dass man sich mit der Musik nicht in die Quere komme und dass sich das unterschiedliche Publikum beider Angebote nicht störe. „Eigentlich sind wir so zufrieden, wie es jetzt ist“, sagt Theis, für den die kommende Kerb die letzte als Vorsitzender sein könnte. Der Weilbacher sucht Ablösung, weil er sich verstärkt der jungen Familie widmen möchte.

Grund zur Freude bietet der große Zuspruch bei den Traditionsverfechtern. Insgesamt 20 Aktive – elf Jungs und neun Mädels begleiten die diesjährige Kerb. Matthias Theis kann sich noch an vergangene Jahre erinnern, in denen nur fünf Kerbeborsche durch die Straßen zogen. Man habe erfolgreich in den sozialen Medien und bei Vereinstreffen geworben, erklärt der Vorsitzende. Den Posten des Kerbevaders übernimmt Pit Becker, der in die Fußstapfen seines Vaters und seines Onkels tritt.

Die Weilbacher Kerb wird mit dem Traditionsabend am Freitag eingeläutet. Ab 19 Uhr gibt es hessische Spezialitäten und Musik von Solo-Künstler Tobias Bartel auf dem Festplatz. Am Samstag eröffnen die Kerbeborsche das Fest um 16 Uhr offiziell auf dem Juxplatz. Um 19 Uhr folgt der Kerbetanz mit „Eine Band namens Wanda“. Am Sonntag steht um 11.15 Uhr der Frühschoppen auf dem Programm. Weiter geht es mit dem Kerbekaffee ab 13 Uhr. Auch der Montag startet um 11.30 Uhr mit dem Frühschoppen. Um 18 Uhr laden die Aktiven zum Gickelschlag mit anschließender Hammelversteigerung ein. SASCHA KRÖNER

Quelle: Höchster Kreisblatt von Mittwoch, 13. August 20205