Kerbeborsche geben auch bei 35 Grad alles / Ärger um grölende Jugendliche
Weilbach – Während viele Festbesucher in T-Shirts und kurzen Hosen feierten, mussten sich die Kerbeborsche an eine deutlich wärmere Kleiderordnung halten. Die Weilbacher Traditionsverfechter waren am Wochenende in Hemden und langen schwarzen Hosen unterwegs. Dazu trug Kerbevadder Finn Remsperger noch die obligatorische Schürze. Damit sei es noch etwas wärmer, berichtete der 18-Jährige.
Dass die Aktiven bei Temperaturen um die 35 Grad ins Schwitzen gerieten, war nicht zu vermeiden. Die Kerbemädels hätten etwas mehr Glück, meinte Finn Remsperger. „Die dürfen in Röcken rumlaufen.“ Aus Sicht des Kerbevadders schadete die Hitze dem Erfolg des Festes jedoch nicht. „Besser, es ist etwas zu warm als zu kalt“, erklärte der Weilbacher. Remsperger singt die Lieder der Kerbeborsche bereits im dritten Jahr als Aktiver. Dieses Jahr sei es aber am stressigsten, weil er als Kerbevadder zusätzliche Verantwortung trage. So habe er etwa im Vorfeld Treffen organisiert, auf denen die Kerbeborsche ihre Gesänge und den Tanz einstudieren. Sein Job sei gewissermaßen die Verbindung von Vorstand und Aktiven, sagt Remsperger. Dass er einmal den Posten des Kerbevadders übernehmen wolle, sei für ihn schon seit vielen Jahren klar gewesen, erzählt der 18-Jährige. Sein Vater Thomas Remsperger transportiere jedes Jahr den Kerbebaum mit seinem Traktor. Schon als Kind sei er bei diesen Touren mitgefahren, beschreibt der junge Mann die enge Verbindung zum traditionellen Fest.

Apropos Kerbebaum: Auch beim Wahrzeichen des Kirchweihfestes hat die Hitze in diesem Jahr Spuren hinterlassen. Aufgrund der großen Trockenheit sei die Spitze des Baumes abgebrochen, berichtet Maximilian Zimmer, Vorsitzender des Kerbevereins „Kerbeborsch 6091“. Der Verein, der die Kerb zum 30. Mal ausrichtet, wusste sich jedoch zu helfen. Anstelle der Baumspitze haben die Helfer einfach eine Fahne mit Vereinslogo am Ende des Stamms angebracht.
Erstmals Kartenzahlung an einer Theke
Für Maximilian Zimmer ist es die erste Kerb als frisch gewählter Vereinschef. „Es macht viel Spaß, aber es ist eine andere Kerb“, urteilte der Vorsitzende, der nun ständig als Ansprechpartner gefragt ist. Als Verantwortlicher bekomme man auch viel positives Feedback von den Besuchern. Das Experiment, erstmals an einer Theke Kartenzahlung anzubieten, habe gut funktioniert. In Zukunft werde man dies wohl auf alle Verkaufsstände ausweiten, sagt Zimmer. Bedauerlich findet der Vorsitzende, dass es in der Nacht von Freitag auf Samstag Ärger über grölende Jugendliche gab. Auf Facebook klagte eine Nutzerin, dass sich Jugendliche gegen 2.30 Uhr auf eine der Hauptverkehrsstraßen legten, vorbeifahrende Autofahrer beschimpften und den Mittelfinger zeigten. Am nächsten Morgen seien Glasscherben, Gläser, Plastikflaschen und jede Menge Müll zurückgeblieben. „Man kann feiern und richtig Spaß haben – aber vielleicht gehört auch ein bisschen Rücksicht und Verantwortung dazu“, schrieb die Frau.
Maximilian Zimmer spricht von Einzelfällen, die auch für die Ausrichter der Kerb ärgerlich seien. Oft handele es sich um Jugendliche, die ihren eigenen Alkohol mitbringen und das Fest gar nicht wirklich besuchen. Wenn der Verein etwas ändern könnte, würde er es gerne tun, so der Vorsitzende. Die ganze Nacht die Straßen außerhalb des Festplatzes zu kontrollieren, sei jedoch leider nicht möglich.SASCHA KRÖNER
Heute geht’s weiter
Heute geht das Programm der Weilbacher Kerb weiter. Ab 11 Uhr laden die Kerbeborsche zum Mittagessen auf den Festplatz vor dem Haus am Weilbach. Um 18 Uhr startet der Gickelschlag mit anschließender Hammelversteigerung.
Quelle: Höchster Kreisblatt von Montag, 17. August 2026
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