Die Kerb in Weilbach begeistert mit buntem Treiben und einem besonderen Jubiläum. Die Kerbegesellschaft feiert ihren 30. Geburtstag und sammelt Spenden für die Kinderkrebshilfe.
Weilbach. Es war eine Kerb wie aus dem Bilderbuch in Weilbach: Das Wetter passte und der Zuspruch für das in lila-gelb getauchte fünftägige Fest um Maria Himmelfahrt war enorm. Mittendrin waren die von Kerbevadder Finn Remsperger angeführten Kerbeborsch und ‑mädels. Die 20 Aktiven sorgten von Freitag bis Dienstag für Stimmung, wobei sie, Trinksprüche und Lieder schmetternd, zumeist auf dem Festplatz am Haus am Weilbach zu finden und nicht zu überhören waren. Natürlich schauten die Aktiven auch auf dem Juxplatz in der Schulstraße vorbei, der mit einem Autoscooter und verschiedenen Buden vor allem das jüngere Publikum anlockte.
Mit der diesjährigen Kerb wurde zugleich eine besondere Geburtstagsparty gefeiert, denn die das Traditionsfest ausrichtende Kerbegesellschaft wurde 30 Jahre alt. Nur ein Jahr älter ist der neue Vorsitzende der Kerbeborsch 6091 Weilbach, Max Zimmer, der im November 2025 zum Nachfolger des langjährigen Vereinsvorsitzenden Matthias Theis gewählt worden war. Zimmer, von 2011 bis 2013 als Kerbeborsch aktiv, zog am Kerbemontag im Gespräch mit dieser Zeitung eine zufriedene Zwischenbilanz. „Es war diesmal eine andere Kerb für mich“, gestand der 31-Jährige angesichts der ihm übertragenen Verantwortung. „Zwar steht das Konzept im Grunde, aber es muss ja trotzdem alles im Vorfeld organisiert werden.“ Die Vorbereitung der Kerb sei die aufregendste Phase gewesen, doch die Anspannung habe sich im Laufe des Festes in pure Feierlaune verwandelt. Dabei sei immer mit Unerwartetem zu rechnen, fügte Zimmer hinzu. So war etwa die Spitze des Kerbebaums abgebrochen, die aber am Samstag vor dem Stellen kurzerhand durch eine lila-gelbe Fahne ersetzt werden konnte.
Rund um den Kerbebaum war einiges los: Nach dem mit Musik und hessischen Spezialitäten begangenen Traditionsabend am Freitag wurde am Sonnabend zum außergewöhnlich gut besuchten Open-Air-Kerbetanz aufgespielt. Am Sonntag fand nach dem ökumenischen Gottesdienst ein Frühschoppen inklusive Mittagessen und Kerbekaffee statt. Der dabei erzielte Erlös kam auch in diesem Jahr der Kinderkrebshilfe Frankfurt zugute. Der symbolische Spendenscheck in Höhe von 1.600 Euro wurde am Montag vor dem Gickelschlag übergeben.
Preisverleihung nach erfolgreicher Jagd
Der Gickelschlag wurde zum letzten Mal vom Gründungsvorsitzenden Marcus Reif eröffnet, der nach nunmehr 30 Jahren als Moderator das Mikrofon an Matthias Theis übergab. Letzterer stieg nach Weilbachs Ortsvorsteher Thomas Schmidt, Stefan Becker, Nadja Marienfeld, Heiko Dörhöfer und Nadja Wolff in den Ring, um dem Gickel mit verbundenen Augen und Dreschflegel unter mehr oder minder hilfreichem Zurufen den Garaus zu machen. Der entscheidende Hieb sollte aber erst Andreas Kling gelingen, der den das Federvieh verkörpernden Bembel unter großem Jubel zur Strecke brachte. Nach der erfolgreichen Jagd wurden die Preise der anlässlich des Jubiläumsjahres veranstalteten Tombola verliehen. Die glücklichen Gewinner durften sich unter anderem über Gutscheine sowie über Jubiläums-Becher und -Bembel freuen.
Am Montagabend folgte die letztmals von Auktionator Pascal Schäfer geleitete Hammelversteigerung, bei der es ebenfalls nicht um ein Tier, sondern um einen Bembel ging. Das bei zwei Euro liegende Startgebot schraubte sich schnell auf 1.000 Euro hoch, nach munterem Bieten kam der Hammel schlussendlich für 2.500 Euro unter den Hammer.
Quelle: Main-Spitze von Mittwoch, den 19. August 2026
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