vom 20.08.2009

Eine ausgesprochen gelungene Kerb

Weilbacher Kerb: Konzeptumstellung auf ?Hessischen Abend? erfolgreich

WEILBACH (drh) „Zwanzig aktive Kerbeborsch und eine große Anzahl junger Helfer veranstalteten am Wochenende in Weilbach eine ausgesprochen gelungene Kerb. ?So viele aktive Kerbeborsch hatten wir schon lange nicht mehr“, freute sich auch Marcus Reif als Vorsitzender der Kerbegesellschaft 6091, die zum 14. Mal als Ausrichter fungierte. Im 14. Jahr hatte es auch Petrus ausgesprochen gut gemeint, herrschten doch hochsommerliche Temperaturen, die vor allem bei den Abendveranstaltungen ein Feiern bis in die tiefe Nacht zuließen. Die Konzeptänderung am Freitagabend anstelle einer Filmvorführung einen „Hessischen Abend“ anzubieten, kam bei den Besuchern gut an. Hermann Lixenfeld berichtete als Dorfhistoriker von der Brauchtumsgeschichte der Kerb und gab dabei auch zahlreiche alte Kerbelieder unter Akkordeonspiel zu Gehör. In wahrer Sisyphusarbeit hatte Lixenfeld in der Vergangenheit die alten Liedtexte usammengetragen. „Selbst die alten Weilbacher kannten oftmals nur noch eine Strophe“, so Lixenfeld. Zur Historie des Kerbeborschbrauchtums wusste Lixenfeld zu berichten, dass das Volksfest Kerb aus dem Erntefest der keltisch-germanischen Bevölkerung hervorging. Die christliche Kirchweihe sei erst 325 nach Christus im Konzil von Nicäa eingeführt worden. Bis zum 19. Jahrhundert seien die weltlichen Kirchweihfeste nur allzu gern verboten worden, da das „übermäßige Saufen und Fressen, Spielerei, Büberei, Schlägerei, Unzucht und das Absingen von zotigem Liedgut“ doch zu unsittlich gewesen seien. Die Kerbelieder seien meist selbstgetextete Festbeschreibungen, deren Melodien von Militärmärschen abgeleitet worden wären. Das Lied „Kerbeborsch (Musketier) sind lustge Brüder“ sei schon über 300 Jahre alt. Kurt Sawalies „Nurkurt“ bereicherte den informativen Abend mit Gitarrenmusik. Die Filmvorführung war im vergangenen Jahr nur noch von sieben Personen geschaut worden und bei Ausgaben von über 800 Euro für Filmgebühr und Equipment war der Freitagabend für die Kerbeborsch ein dickes Drauflegegeschäft. Anders in diesem Jahr, wo Handkäs mit Musik und Apfelwein zahlreichen Festbesuchern mundeten. Am Samstagfrüh starteten die Kerbeborsch um sieben Uhr in den Flörsheimer Wald, um ihren Kerbebaum zu holen. Auf dem Festplatz am Haus am Weilbach angekommen, schmückten die Burschen ihren Baum wie gewohnt in lila-gelb und auch die Kerbepuppe fand ihren Platz am Stamm. Da es in diesem Jahr wegen der Ferienschließung des katholischen Kindergartens keinen Kindergickelschlag gab, übergaben die Kindergartenkinder die selbstgebasteltete Kerbepuppe am Samstagmorgen. Gemeinsam zogen zahlreiche Kindergartenkinder mit ihrer Kerbepuppe zum Festplatz, sangen dabei auch schon ein Kerbelied und überreichten die flotte Dame den Kerbeborsch. Kerbevatter Mike Reichert dankte den Kindern für ?Büchsenbecky ?, wie die Burschen die Puppe tauften und spendierte den Kindern Apfelsaft und Brezeln und einen Fahrchip fürs Kinderkarusell. Der strahlend weiße Kerbehammel wurde auf den Namen „Hans-Dieter Büchsenöffner“ getauft. Die Kerbemädchen hatten das Maskottchen noch am Freitag mit Shampoo und Gartenschlauch gewaschen und für die Festtage hergerichtet. Nach dem Auftritt beim Aufmarsch der Kerbeborsch beim Kerbetanz hatte der Vierbeiner vor allem am Sonntag seinen großen Auftritt, wurde der kleine Hammel doch im Anschluss an den Frühschoppen versteigert. Das Küchenteam ging nach heftigem Schlagabtausch mit Familie Becker und weiteren Bietern als Sieger hervor und bekam wie auch schon im vergangenen Jahr den Zuschlag. Die Kerbekasse freute sich, kamen doch über 360 Euro Versteigerungserlös zusammen. Erster Stadtrat Markus Ochs hatte beim Fassanstich am Samstagabend einen Obolus von 150 Euro für die Kasse beigesteuert. Nach dem Kerbekaffee und den Aufräumarbeiten ließ die Kerbegesellschaft den Abend beim Kneipenumzug durch Weilbach ausklingen. Am Montag ging es auf dem Festplatz mit dem Feiern aber auch gleich wieder weiter, luden die Burschen doch abermals zum Frühschoppen ein, bevor am Abend der Gickelschlag die erfolgreichen Festveranstaltungen abrundete. Ein Besuch auf dem kleinen Rummelplatz in der Schulstraße durfte selbstverständlich auch nicht fehlen. Kinderkarussell, Autoscooter und ein paar Wurf- und Schießbuden luden zum Zeitvertreib an den Nachmittagen ein.


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vom 18.08.2009

Der Siegtreffer beim Gickelschlag

Ein Bembel und vier Männer – dieses ungleiche Duell gab es bei einem Wettkampf im Rahmen der Weilbacher Kerb. Außerdem befragten wir die Schausteller auf dem etwas abseits liegenden Kerbeplatz, ob sich die Geschäfte noch lohnen.

Weilbach. Ralph Bender heißt der Sieger des Gickelschlag-Wettbewerbes, der gestern Abend vor dem Haus am Weilbach ausgerichtet wurde. Mehr als 450 Besucher beobachteten das Spektakel im Weilbacher Ortskern. Insgesamt vier Teilnehmer nahmen an dem Gickelschlag teil: Erster Stadtrat Markus Ochs, Ralf Sterker (Kerbevadder von 1979), Carsten Ganss sowie Ralph Bender vom Weilbacher Eintracht Fanclub.

Tolle Atmosphäre

Während des Wettkampfes gab es für die Protagonisten leidenschaftliche Anfeuerungsrufe: «Weiter nach links!», «Mehr nach rechts», «Schlag doch zu!» So freute sich denn auch der Vorsitzende des Kerbevereins, Marcus Reif, über die Anteilnahme des Publikums und die tolle Atmosphäre bei der Kerbe-Gaudi am Weilbach. Übrigens: Gewinner Ralph Bender kann sich über den Hauptpreis, einen echten Gickel aus der Zucht von Hermann Dasbach, freuen.Ob der Wettbewerbssieger tatsächlich das Federvieh abholt und bei sich aufnimmt oder großzügig darauf verzichtet, war gestern Abend noch nicht klar. Klar ist allerdings, dass die Weilbacher Kirchweih 2009 erfolgreich war. Auch der Kulturabend mit Hermann Lixenfeld am Freitagabend erwies sich als eine von vielen Weilbachern gelobte Neuerung.

Ob im kommenden Jahr diese Idee fortgesetzt werden soll, wird in den nächsten Wochen vom Vorstand des Kerbevereins besprochen. «Das ist die letzte Runde», tönt es aus den Lautsprecherboxen des Autoscooters vor der Weilbachhalle. Es ist gerade erst 22 Uhr, und auf vielen anderen Volksfesten würde noch zwei Stunden lang weitergefahren. In Weilbach herrscht aber bereits zu diesem Zeitpunkt wenig Betrieb. Während einige Straßen entfernt rund um das Haus am Weilbach getanzt und gefeiert wird, ist an den Kirmesbuden und Fahrgeschäften nicht viel los. Laut Matthias Hausmann vom Autoscooter «Music Hall» spüren die Betreiber der Geschäfte die Aufteilung der Kerb auf zwei Plätze «ganz extrem». «Man merkt, dass der Kerbebaum hier nicht mehr gestellt wird, dass es keinen Gickelschlag gibt und keine Disco in der Halle», sagt der Schausteller, der schon seit 33 Jahren nach Weilbach kommt. «Ich kenne kein anderes Fest, dass so stark getrennt ist», betont Hausmann. «Wir würden uns freuen, wenn man das irgendwie wieder zusammenführen könnte.»

Fahrgeschäfte im Abseits?

«Es ist wie in einer Discothek, wo die Musik auf der Straße gespielt wird, aber tanzen muss man drinnen», beschreibt Fred Schmidt von der Wurfbude «Play Ball» die Entfernung zwischen den Festplätzen. «Wenn man eine Kirmes hat, muss alles an einem zentralen Platz stattfinden.» Schmidt schlägt vor, dass man ein Festzelt auf den Hof der Schule am Weilbach stellen könnte. Auch Roger Kummerant vom Karussell-Betrieb Schmitt trauert der Zeit nach, als die Kerb in der Weilbachhalle gefeiert wurde. «Das hat mehr Publikum gezogen», erklärt der Schausteller: Er findet, dass Festplatz und Fahrgeschäfte zusammen gehören.Für den Kerbeverein ist die Situation klar: «Unsere Entscheidung, am Haus am Weilbach zu bleiben ist einstimmig», sagt Marcus Reif, Vorsitzender des Kerbevereins. Es habe mal Diskussionen gegeben, die Fahrgeschäfte auf die Frankfurter Straße zu verlegen.

Diese Überlegungen scheiterten allerdings an den Kosten. «Es würde mehrere tausend Euro kosten, die Straße zu sperren», betont Reif. Alternative Ideen seien nur umsetzbar, wenn kein Autoscooter kommt. Zurück in die Weilbachhalle wollen die Kerbeborsch aber unter keinen Umständen. «Da drinnen sieht uns keiner», erklärt der Zweite Vorsitzende Christoph Schelm. Außerdem sei die Halle zu weitläufig und heiß, ergänzt Marcus Reif. «Für uns war die Kerb dort tot.» Eine Lösung des Interessenkonfliktes scheint also vorerst nicht in Sicht. sas



vom 18.08.2009

Kerbeborsch sind unermüdlich

MITTAGESSEN Besucherandrang hält sich in Grenzen/Vorsitzender lobt Engagement der Helfer

(maj). Die Weilbacher Kerb neigt sich nach dem Gickelschlag am Montagabend (Bericht folgt) ihrem Ende entgegen. Beginn der Beerdigung ist heute um 20 Uhr.
Bislang war die Kerbeborsch-Schar unermüdlich. Nach dem kerbeborschinternen Kneipenumzug am Sonntagabend, bei dem rund 50 aktive und passive Kerbeborsch nach einem Besuch im Gasthaus „Zum Engel“ und im Hof Erhardt noch bis in die frühen Morgenstunden im Kerbelager gefeiert hatten, standen die „Lila-Gelben“ gestern Mittag schon wieder auf der Matte, um den Weilbachern das Kerbeessen am „Haus am Weilbach“ zu servieren. Rippchen mit Kraut und Kartoffelbrei stand unter anderem auf der Speisekarte.Über die gesamte Kerb hinweg boten die Veranstalter fast täglich wechselnde Speisen an. „Das ist der Anspruch unserer Küche“, lobte Marcus Reif, Vorsitzender der Kerbegesellschaft, das vorbildliche Engagement der Küchenkräfte, allen voran der Familie Press.

Klaus Press, Inhaber der Metzgerei Press, schließt beispielsweise immer am Kerbemontagmittags seinen Laden, damit seine Kunden ihr Mittagessen bei den Kerbeborsch zu sich nehmen. Seine Söhne Thorsten und Sven stehen derweil fast die gesamte Kerb über an der Essensausgabe und sorgen dafür, dass alle Besucher ausreichend mit Speisen versorgt werden. „Solchen Personen kann man gar nicht oft genug danken“, betonte Reif.

Darüber hinaus bedankte er sich auch für die Unterstützung der beiden Weilbacher Vereine „Germania“ und „Gemütlichkeit“. „Ohne diese Unterstützung wäre die Kerb gar nicht möglich“, so Reif weiter. Auch die Getränkeversorgung funktioniere dank dem Getränkehandel Petry reibungslos.

Daher störte sich der Vorsitzende auch nicht daran, dass sich der Andrang beim Kerbeessen sehr in Grenzen hielt. Hier machte sich wie schon am Sonntag die große Hitze bemerkbar, die wohl gerade die älteren Bürger fernhielt.

Festhalten wolle die Kerbegesellschaft auf alle Fälle an dem geänderten Konzept für den Freitagabend, an dem kein Film mehr gezeigt wurde, sondern ein Alleinunterhalter aufspielte und Hermann Lixenfeld einige historische Anekdoten preisgab. Ob es allerdings 2010 die „Kunstbühne“ wieder geben wird, darüber müsse sich der Vorstand der Kerbegesellschaft noch einmal unterhalten. „Wir versuchen auf jeden Fall, immer wieder etwas Neues an der Kerb zu bieten“, versprach Marcus Reif auch für die Zukunft eine wandlungsfähige Weilbacher Kerb.


vom 17.08.2009

Kerbeborsch wagen Neues und sind zufrieden

Die Kerbeborsch, hier festlich gekleidet, beerdigen die Kerb am Dienstag. Foto: fzDie Kerbeborsch, hier festlich gekleidet,
beerdigen die Kerb am Dienstag. Foto: fz

Die Veranstalter melden «sehr guten Besuch» am Freitag und Samstag. Am morgigen Dienstag endet das Fest, das bisher friedlich verlaufen sei.

Weilbach. «Büchsen-Becki» schaut aus rund 15 Metern Höhe auf die katholische Kirche. Die Puppe mit dem eigenwilligen Namen thront noch bis morgen auf dem Kerbebaum am Haus am Weilbach. Solange die «Bopp» über den Ortsmittelpunkt wacht, dominieren die Farben Lila und Gelb die Stadt. Fähnchen hängen an den Häusern, und farbige Bänder schmücken den Weg am Weilbach, der den Festplatz mit den Buden und Fahrgeschäften verbindet. Bisher hat «Becki» dem Verein Kerbeborsch 6091 bei der 14. Kerb Glück gebracht. «Freitag und Samstag waren sehr gut besucht», freute sich der Vorsitzende Marcus Reif. Am Samstag sei es gelungen, den Festplatz bis kurz nach 2 Uhr friedlich zu räumen. «Es gab keinen Stress und keine Prügeleien.»

Auch beim Aufstellen des Kerbebaumes lief alles glatt. «Wir haben den Baum völlig problemlos aus dem Flörsheimer Stadtwald geholt», sagte der stellvertretende Vorsitzende Christoph Schelm. Mit einem Kran, den die Stadt finanzierte, wurde die Fichte an ihrem Bestimmungsort aufgerichtet. «Das kann man gar nicht anders machen, weil die Häuser so nahe stehen», betonte Schelm. Wichtig war den Kerbeborsch die Ausrichtung der Puppe auf die Kirche. «Das ist unser besonderer Ehrgeiz.» Schließlich wurde der Kerbebaum an Maria Himmelfahrt aufgestellt.

Den Kinoabend vor der offiziellen Eröffnung ersetzten die Veranstalter durch einen Kulturabend. Im Wechsel mit Alleinunterhalter «Nur Kurt» las Dorfhistoriker Hermann Lixenfeld aus dem Alten Kerbebuch. «Die historische Kunstbühne kam sehr gut an», betonte Reif, der rund 250 Besucher zählte. Die Kerbeborsch freuten sich, dass auch ältere Weilbacher das Angebot nutzten. «An diesem Konzept wollen wir auf jeden Fall festhalten.»
Am Samstag luden die Kerbeborsch zum Kerbetanz mit der Cover-Band «Don’t stop». Die jungen Musiker, die erste Erfahrungen in den Bands des Graf-Stauffenberg-Gymnasiums sammelten, gefielen dem Publikum gut. Auch die Kerbeborsch tanzten ausgelassen auf den Bänken und grölten die Texte bekannter Stimmungslieder. Auf traditionelle Kerbetänze wird mittlerweile verzichtet. «Früher gab es mal einen Tanz, bei dem die Kerbeborsch auf einem Bein durchs Dorf hüpften», erklärte Reif. Er glaubt allerdings, dass das Interesse an solchen Umzügen in der Bevölkerung nachgelassen hat. Nachdem es im Vorjahr Beschwerden der Nachbarn gab, bemühte sich der Verein, die Musik vor 1 Uhr zu beenden.
Am Sonntag kamen weniger Besucher als in den Vorjahren zur Versteigerung des Kerbehammels. Als Ursache vermutete Marcus Reif die große Hitze. Jeder Teilnehmer musste für sein Gebot bezahlen, so dass am Ende 435 Euro für das Tier gesammelt wurden. Kerbevadder Mike Reichert leitete die Auktion. Mit dem letzten Gebot konnte sich die Küchencrew der Kerbeborsch den Hammel sichern, den Familie Dörrhöfer zur Verfügung stellte. sas



vom 17.08.2009

Bei der Weilbacher Kerb stimmt einfach alles

Von Stefan Weckbach

TRADITIONSFEST Flotte Musik, tolle Atmosphäre und schönes Wetter / Küchenteam der Kerbeborsch ersteigert Kerbehammel „Hans-Dieter Büchsenöffner“

Schönes Wetter, flotte Musik, tolle Atmosphäre am „Haus am Weilbach“ und 20 gut gelaunte Kerbeborsch: Bei der 14.Weilbacher Kerb stimmt bisher einfach alles.
Gleich am Freitag wartete der Verein „Kerbeborsch 6091 Weilbach“ mit einer Neuerung auf. Statt des Kinoabends, der in den letzten Jahren auf wenig Gegenliebe stieß und wegen des technischen Geräts teuer war, setzten die Verantwortlichen 2009 mit einem „Hessischen Abend“ auf Tradition. Bei Handkäs´ mit Musik lauschten über 200 Besucher den Ausführungen von Hermann Lixenfeld zur Weilbacher Geschichte, worunter auch einige alte schmutzige Zoten und Lieder waren.

Unter den Stücken, die der Dorfhistoriker vorstellte, war „Louie, Louie, Louie“, das die Kerbeborsch im Festverlauf regelmäßig sangen, wobei der Text noch nicht ganz so sicher saß. Neben den „alten“, also in früheren Jahren bereits aktiven Kerbeborsch, freute sich der Verein über neun Neuzugänge. Auch einer der „Ehemaligen“ fand am Freitag soviel Gefallen, dass er sich kurzfristig anschloss und die Zahl auf 20 aufrundete. „Das ist einer der größten Aktivenjahrgänge der letzten Jahrzehnte“, freute sich der Vorsitzende Marcus Reif.

Immer mit von der Partie bei den Jungs und Mädels war der Hammel „Hans-Dieter Büchsenöffner“. Dieser strahlte das Wochenende über in frischem Glanz. Die Kerbemädchen haben ihn noch am Freitag mit Shampoo und einem Gartenschlauch gewaschen, so dass er verführerisch gut duftete. Das Wort Büchsenöffner ist übrigens eine Ableitung von „Büchsenbecky“, der Name der Kerbepuppe. „Unser Hammelführer heißt Tim Hoffmann, seine Freundin Becky“, erklärte Kerbeborsch Hendryk Becker und ergänzte: „Eine `Büchse´ ist in unserer Jugendsprache ein Ausdruck für ein Mädchen.“ Daraus kam dann die Kombination Büchsenbecky.

Die Puppe hängt übrigens seit Samstagnachmittag am 18 Meter hohen Kerbebaum, der direkt auf dem Kerbeplatz am „Haus am Weilbach“ errichtet wurde. Der dortige Platz hat sich mittlerweile als Kerbeplatz fest etabliert und strahlte am Wochenende wieder ein tolles Flair aus.

Leider wollten am Ende des ersten Festtages einige Betrunkene den Platz nicht verlassen, so dass die Sicherheitsleute auf den Plan treten mussten. Insgesamt zehn Kräfte sorgten ansonsten für einen reibungslosen Ablauf.

Für gute Stimmung und Live-Musik sorgten am Wochenende verschiedene Bands. Für den Kerbetanz am Samstagabend, bei dem Erster Stadtrat Markus Ochs den Fassanstich vornahm, war die hiesige Band „Don´t stop“ verpflichtet worden. Beim Frühschoppen am Sonntag im Anschluss an den ökumenischen Gottesdienst trat die Gruppe „Funtastic“ auf.
Um die Mittagszeit kam Hammel „Hans-Dieter Büchsenöffner“ unter den Hammer. Die Versteigerung nahm Kerbevadder Mike Reichert vor. Bei 435 Euro fiel der Hammer, neuer Besitzer ist nun das „Küchenteam der Kerbeborsch“ – na wenn das mal gut ausgeht für Hans-Dieter. Nachmittags gab es neben warmen Speisen Kaffee und Kuchen. Die Einnahmen daraus kommen der Kinderkrebshilfe zugute (siehe Info-Kasten).
Das ganze Wochenende über waren zahlreiche Helferinnen und Helfer des rund 120 Mitglieder starken Vereins im Einsatz. „Darüber sind wir sehr froh, dankbar und ein wenig stolz“, freute sich Reif über die gute Beteiligung. Daneben half der befreundete Verein Gemütlichkeit bei der Bewirtung der Theke beim Frühschoppen.

Am heutigen Montag wird die Kerb mit einem Kerbemittagessen um 11.30 Uhr fortgesetzt. Und um 18.00 Uhr findet der Gickelschlag mit Fleischwurstessen und Luftballonaktion statt. Am Dienstag um 20 Uhr wird die Kerb beerdigt.

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Beim Kerbetanz am Samstag gaben die Kerbeborsch auf dem Kerbeplatz ein paar Lieder zum Besten. Foto: Stefan Weckbach

 

In Weilbach da is‘ die vierzehnte lila-gelbe Kerb

Die Kerbeborsch 6091 Weilbach e. V. laden zur vierzehnten Kerb ans Haus am Weilbach ein. Mit einem großen und mit viel Hingabe erstellten Programm lädt der Verein Kerbeborsch 6091 Weilbach e. V. ein zur Weilbacher Kerb 2009 von Freitag, 14. bis Dienstag, 18. August.Der Vorsitzende Marcus Reif freut sich über 19 aktive Kerbeborsch. „Das ist einer der größten Aktivenjahrgänge der letzten Jahrzehnte“. Mit dem zum ersten Mal als Kerbevadder aktiven Mike Reichert stehen 18 weitere Mädels und Jungs in einer langen Tradition Weilbacher Kerbeborsch. Seit Wochen schon wird mit Gesang und Äppler auf die Kerb eingestimmt. Mit Hermann Lixenfeld, dem Weilbacher Dorfhistoriker, wurden alte Kerbelieder geübt, die bei vielen Kerbeborsch seit Jahren nicht mehr gehört wurden. Nicht nur das verspricht eine wunderbare Kerb im Weilbacher Ortskern.

Der Kerbeverein an sich ist bekannt für tolle Ideen, aus den Bedürfnissen der aktuellen Zeit und einem Traditionsbewusstsein heraus schöne Veranstaltungen anzubieten, die beides in Einklang bringen. In diesen Zeiten, in denen Gleichgültigkeit und Beliebigkeit manchen wichtiger ist als ein Ehrenamt, setzt sich der über 120 Mitglieder starke Verein mit starker Jugend das vierzehnte Mal für eine gute Kerb ein.

Der Freitagabend ist völlig neu und richtet sich an das ältere Semester der Kerbefreunde in Weilbach. „Seit Erneuerung der Kerb und dem Umzug zum Haus am Weilbach haben wir die Kerb immer mit einem Überraschungsfilm begonnen. Dieses Jahr haben wir das geändert“, erläutert Hendryk Becker, Kerbevadder a. D. Zum einen gibt es keinen vierten Teil von „Fluch der Karibik“, zum anderen wollen wir Ihnen etwas Neues bieten. Wir beginnen nun sehr traditionell mit einem Hessischen Abend, bevor die Kerb offiziell am Samstag eröffnet wird.

Für Kultur ist auch gesorgt! Hermann Lixenfeld wird über die Weilbacher Kerb erzählen. Dieses Thema hat er auch schon in einem seiner vielen Bücher behandelt. Hören Sie Historisches über unsere schöne Kerb, live vom Dorfhistoriker Lixenfeld. Das dürfen Sie sich nicht entgehen lassen.

Es gibt natürlich traditionsgemäß Äbbelwoi und dazu Köstlichkeiten aus der Region, wie zum Beispiel deftiger Handkäs mit Musik und Brot. Somit ist wie immer auch für das leibliche Wohl ausreichend gesorgt. Der Abend wird im gemütlichen Rahmen mit Musik abgerundet.

Am Samstag wird um 12:00 Uhr der Kerbebaum gestellt. Das holzige Ungetüm wird am frühen Morgen aus dem Flörsheimer Stadtwald in Raunheim geholt und mit einem Kran aufgestellt. Das Stellen des Kerbebaums per Hand ist schon seit Jahrzehnten kein Brauch mehr in Weilbach. Dies wurde aus Sicht der Unfallverhütung sein gelassen, worüber schwächere Jahrgänge deutlich zufriedener waren.

Der Samstagabend steht ab 19:00 Uhr ganz im Zeichen des Kerbetanzes. Eine neue Band hat sich der Verein an Land gezogen. „Don’t stop“ heißen die zehn Flörsheimerinnen und Flörsheimer, die bereits Kerbeerfahrung sammeln konnten. „Nach Jahren guter Zusammenarbeit mit der Band Candies wollten wir etwas Neues ausprobieren. Und wieso dann nicht mal eine hiesige Band verpflichten?“, fragt Marcus Reif und erläutert die Entscheidung des Vereins. Der Kerbetanz findet – wie immer – unter freiem Himmel statt. Natürlich hoffen nicht nur der Verein, sondern auch die Freunde der Kerb auf gutes Wetter. Der Fassanstich wird in diesem Jahr durch den Ersten Stadtrat Markus Ochs erfolgen.

Am Sonntag beehrt sich der Verein, die beiden Weilbacher Kirchengemeinden zu einem ökumenischen Gottesdienst um 10:00 Uhr zu empfangen. Auch unter freiem Himmel findet der mittlerweile schon traditionelle Gottesdienst statt, bevor dann die beiden Volksmusiker der Band Funtastic – auch schon seit Jahren in Weilbach bestens bekannt – in die Tasten hauen und dem Frühschoppen die gute Stimmung bringen. Die Theke wird durch den befreundeten Verein Gemütlichkeit organisiert.

Mike Reichert – sein erstes Jahr als Kerbevadder – ist dann wieder auf der Bühne zu beobachten, wie er in die Fußstapfen des großen Hammelversteigeres Heiko Dörhöfer steigt. Mike ist zum dritten Mal als Versteigerer aktiv und hat in den beiden Vorjahren richtige Akzente gesetzt.

Der Kerbemontag bietet für alle Weilbacher, Weilbacher Unternehmer, Urlauber und Gäste ein feudales Mittagessen ab 11:30 Uhr. Der Abend ist dann einer der sicherlich attraktivsten Höhepunkte der Weilbacher Kerb – der Gickelschlag! Ab 17:00 Uhr wird bewirtet, während die Kerbeborsch dann nach 18:00 Uhr auf den Platz einlaufen, bepackt mit einem Hahn und Dreschflegeln. In den zehn Meter Kreis werden dann nicht nur Politiker, sondern Freunde und Gönner der Kerb gerufen, die mit verbundenen Augen den Dreschflegel auf einen Tonkrug schlagen. Wer trifft, trifft ins Schwarze und darf an der darauf folgenden Kerb ein Abendessen für die Kerbeborsch beim Aufbau der Kerb spendieren. Mit nach Hause nehmen darf der Glückliche dann einen lebendigen Hahn, der jeden Morgen an die 15 Minuten Weilbacher Kerberuhm erinnert.

Im Anschluss an den Gickelschlag gibt es das traditionelle Fleischwurstessen, das bei musikalischer Untermalung durch Hermann Lixenfeld und Gesängen der Kerbeborsch eine wunderbare Veranstaltung zu werden verspricht. Dank geht jetzt schon an die SOMA der Germania, die für Theke und Küche verantwortlich sein werden.

Die Kerb selbst wird am Dienstag dann zu Grabe getragen. Treffpunkt ist um 20:00 Uhr am Haus am Weilbach. Für den Kerbeverein und die aktiven Kerbeborsch ist die Kerb dann noch nicht ganz vorbei, wartet noch der Abbau und Aufräumarbeiten auf die Frauen und Männer. Aber ereignisreich wird die Kerb in jedem Fall sein. Rund zehn Tage harter Arbeit, nicht selten durch Urlaub vieler Mitglieder ermöglicht, liegen dann hinter dem Verein. Die Stunden des Aufwands sind kaum zu zählen, aber die schönen Momente wiegen die ganze Arbeit auf.

Eine Kerb ist leider nicht mehr ohne Sicherheitsdienst zu veranstalten. Insgesamt zehn Sicherheitskräfte sind über drei Tage Weilbacher Kerb im Einsatz. Die Erfahrungen der letzten Jahre und sonderbare Gebaren einiger weniger Jugendlichen lassen leider keine andere Wahl zu, als eine Vorsorge durch einen professionellen Sicherheitsdienst.

Viele Dinge sind so selbstverständlich geworden, dass sie als Petitesse an Kerb untergehen. Seit fast zwei Jahrzehnten spenden die Weilbacher Kerbejahrgänge die Einnahmen aus dem sonntäglichen Kerbekaffee an die Kinderkrebshilfe Frankfurt e. V. Der Betrag wurde traditionell durch die Kerbejahrgänge seit 1990 und seit dreizehn Jahren auch durch unseren Verein immer um eine respektable Summe aufgestockt. Diese Arbeit der Kinderkrebshilfe in Frankfurt ist vorbildlich und für uns eine Ehrensache, dies mit bescheidenen Mitteln zu unterstützen. Aber bei fast 20 Jahren Unterstützung durch Weilbacher Kerbeborsch ist ein Betrag von rund 10.000,- EUR zusammengekommen, der sinnvoll eingesetzt wurde.

Nicht zu vergessen sind die vielen Helferinnen und Helfer sowie Weilbacher Vereine, die mit Urlaub und Zeit mithelfen, eine gute Kerb zu veranstalten. Ein großes Dankeschön! Danken möchte der Verein den Nachbarn, die Ruhe opfern und darüber hinaus viel dazu beitragen, dass die Kerb überhaupt gefeiert werden kann. All das ist weder selbstverständlich noch üblich. Darüber sind wir sehr froh, dankbar und ein wenig stolz!

Das aktuelle Kerbeheft wird in der Woche vor der Kerb kostenfrei an alle Weilbacher Haushalte verteilt. Dort findet sich – wie gewohnt – das Kerbeprogramm in der Heftmitte, ein Artikel über Weilbacher Kerbegeschichte sowie über den Kerbevadder im Käfig und was es mit nachtblau und pink angestrichenen Dachlatten in einer Weilbacher Scheune auf sich hat sowie die Vorstellung der aktiven Kerbeborsch.